In Memoriam

In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von unserem Kollegen, Kameraden und Freund Bernd Pokojewkski, der am 8. Oktober 2020 verstorben ist. „Poko“ war einer der ersten Mitglieder bei PiD, als 2. Vorsitzender, Mediensprecher und Referent tätig und hat die erfolgreiche Entwicklung unseres Vereins maßgeblich gestaltet. Sein Anliegen, „Officer Survival“ hat er in unzähligen Artikeln, Vorträgen und Trainings thematisiert, um Kolleginnen und Kollegen „an der Front“ bestmöglich zu unterstützen.

Er wird in unseren Reihen als außergewöhnlicher Mensch, engagierter Kollege und guter Freund fehlen.
Wir werden Poko´s Werk fortsetzen – gemäß seinem Grundsatz: „Never Ever Give up!“

Für den Vorstand des Polizeitrainer in Deutschland e. V.

Eckhard Niebergall
1. Vorsitzender

Bernd war das, was man heute nicht mehr findet: Eine durch und durch gutherzige Seele, die Probleme anpackte, wo er sie fand und auch Verantwortung dafür übernahm, um die Dinge in Ordnung zu bringen, die nicht in Ordnung waren. Sachlich und fair war seine Devise in einer Zeit, wo Fairness und Sachlichkeit nicht selten der Schnelligkeit geopfert werden. Damit soll er uns Vorbild bleiben für eine offene und vor allem sachliche Diskussion, über die Polizei stets mit der Polizei zu sprechen und uns gegenseitig zu verstehen.
Seine positive Lebenseinstellung und sein Engagement nicht nur für die Polizei und Spezialkräfte, sondern für unsere ganze Gesellschaft, werden mir aufrichtig fehlen.

Wir haben mit Bernd Pokojewski einen Polizeibeamten, Fachjournalisten und internationalen Netzwerker verloren, der Ansehen und  Ruf von PiD gestärkt, transportiert und gefördert hat. Sein Engagement hat hoch beachtliche Maßstäbe gesetzt. Sein kameradschaftliches Wesen, sein freundschaftlicher Umgang mit jedermann und seine Bereitschaft, sein Wissen und seine umfassenden  Erfahrungen  im Dialog zur Verfügung zu stellen, haben stets auf das Tiefste beeindruckt. Wir beklagen den Verlust eines Polizeibeamten und Gentleman, der in Haltung und Pflichterfüllung 
ein großartiges Beispiel gegeben hat. Sein Schaffen hat  PiD mitgeprägt und mitgestaltet. Respekt und hohe Anerkennung für einen Mann, der niemals aufgab und sich in den Dienst einer guten Sache gestellt hat!

„Poko”; a rare mix of intelligence, common sense, professionalism, impeccable manners and above all, a great sense of humour (… even British humour!)
For the times we spent together, the kindness you always showed me, advice you humbly offered, the support you freely gave, the ‘historical’ teachings you passionately presented and most of all .. for the laughter I was privileged to share with you .. “thank you” .. (The ‘True history of the Kreig’ & ‘three airports of Nuremburg’ mystery tour’, shall forever remain one of the funniest and most entertaining four hours of my entire life!)
To me, you shall always be ‘one of the good guys. Until we meet again my Deutsche buddy

Timbo (aka ‘Tommy the Brrrrritish fool!)

I always looked forward to time with Poko. He was incredibly patient with my poor understanding of the German language and was always willing to entertain my stupid questions. On a drive from Nuremberg to Wiesbaden we talked for almost an hour about random English words. The word, “Actually” was very amusing to him…  He was laughing at me while I explained it and said, this is why it’s nice to have an American around all the time.  I asked him to translate the phrase, token American and from that point on he called me Beute-Ami. He was a hero and a legend – but more than that he was a good friend.

I met Poko on my very first visit to Germany a number of years ago, and for whatever reason we just hit it off and became great friends.  As it turns out, both of us had a love for music and we ended up playing a lot of “musical trivia.”  I told Poko about “Beach Music,” but had to explain that on the east coast of the United States, beach music was not the same as the “Beach Boys” and the California sound.  The following year, knowing that I was going back to Germany to attend the PiD Conference and help with a training class in Wiesbaden, I went to visit a friend of mine that owns a local band and has a recording studio.  I told him about Poko and his love for music so my friend fixed me up with about six or eight CD;s of “Carolina Beach Music” of which I gave to Poko on my return.  Poko replied in kind my making me a CD of some of his favorite tunes.  Even on my last trip when Poko was not at the PiD Conference, he always came to Wiesbaden to have dinner with us.  Poko was a friend and he will be missed.  A friend once gave me a quote that I have never forgotten…….”to live in the hearts of those you leave behind is not to die.”   Poko is still here with us in spirit, in his music, and in the good he did for law enforcement throughout Europe.  God Bless you Poko.

I met Poko in 1995 at a special presentation in Frankfurt Germany arranged by Ecko while Poko was the commander of the SEK. He was one of the driving forces behind Polizeitrainer of Deutschland (PiD), the German Police Instructor Association. He had an amazing career in the Hessen State Police. An extremely knowledgeable and humble man – he will be deeply missed.

I will Never Forget POKO and What he Means to Me……

I have many memories of spending time with Poko and discussing his love of music, the “good old songs”.  No matter the conversation Poko always listened to others, offered great insight and eventually brought a joke and smile to everyone.  He truly was a sheepdog who protected the flock from the wolves.  I will miss my friend but will never forget his kindness and generosity.
Poko, “I got your Six!”

To me, Poko was amusing and full of humor, especially when he tried to answer my endless questions. In fact, he had apple of knowledge and experience to share. Talking to him was just like talking to a good friend as well as a teacher.
I had read a book called “Long Live”;it said “We will meet each other at the heaven one day, but if we can pass our knowledge and experience to other generations, we are “Long Live”. It was a great opportunity to meet and work and Poko, I treasured what I learnt from him and at the same show great respect to a very good friend

Debriefing of the PiD Conference with close friends from all over the world.
Bill Strang, Ecko Niebergall, John Meyer, Steve Johnson, “Poko”, Paul Wassill, Tim O’Neill and Albert Lee. (Picture taken by Gary Monreal)
Countries represented USA, Germany, Canada, United Kingdom and Hong Kong

It is a great lose to our profession of trainers dedicated to Officer Survival.
I offer up my thoughts and prayers to his family and our brother trainers in Germany

Poko and I shared a love for North American / British music of the 1950’s, 60’s, 70’s, and 80’s.
At the 2016 Pid Conference, Poko gave me music CD – the “Oldies but Goldies” – a compilation of some of his favourite songs.
I still play the CD to this day.
He will be missed.

Farewell to Poko

Auf unserem Lebensweg treffen wir viele Menschen. Manche Begegnungen sind sehr kurz und bleiben nicht oder nur schemenhaft in unserem Gedächtnis, andere dauern  länger, aber dann trennen sich die Wege wieder und wir gehen in verschiedene Richtungen. Ich möchte Euch gerne etwas von dem gemeinsamen Weg erzählen, den ich mit Poko gegangen bin.
Um es vorweg zu sagen: Als sich unsere Wege Mitte der 90er Jahre kreuzten, war es nicht das, was man als „Liebe auf den ersten Blick“ nennt. Ich war in damals als Schießausbilder des Polizeipräsidiums Frankfurt auch für das Training der Personenschützer zuständig und Poko hatte nach seiner Zeit beim SEK die Leitung dieser Gruppe übernommen. Sein berechtigtes Anliegen war, den Leistungsstand der Beamten zu erhöhen. Das gestaltete sich dann so, dass er aktiv in mein Training eingriff, indem er seine Männer beim Schießen anschrie, um sie unter Stress zu setzen. Ich bin sicher, dass  einige, die ihn aus dieser Zeit kannten, ein plastisches Bild dazu vor Augen haben. In einem anschließenden Vier-Augen-Gespräch bat ich ihn –so respektvoll wie möglich- das in Zukunft zu unterlassen.
Seine Reaktion: Er zog die Augenbraue hoch, holte tief Luft und sagte: „O.k. Ecko – wenn Du das so willst, dann machen wir das mal so.“  Danach rechnete ich damit, dass er sich bei meinem Chef über mich beschweren würde und ich einen ordentlichen Anschiss bekäme. Aber – es passierte – nichts.
Poko nahm selbst am Schießen teil und bat mich, das ein oder andere von seinen Ideen umzusetzen – was ich auch gerne tat. Unser Zusammentreffen hätte auch in Feindschaft enden können, aber durch sein besonnenes Verhalten war es der Beginn einer kollegialen Zusammenarbeit, die mit der Zeit immer besser wurde.

Als wir 1997 den Verein Polizeitrainer in Deutschland gründeten, war Poko einer der ersten in unseren Reihen. Dabei ging es ihm nie darum eine Führungsrolle zu spielen. Für ihn zählte immer nur unsere gemeinsame Sache und das war: Das Leben und die Gesundheit von denen zu schützen, die andere schützen – die Schutzleute auf der Straße.

Wenn  wir zusammen Seminare organisierten, war er morgens der Erste und abends der Letzte und den ganzen Tag voll bei der Sache. Lief dabei etwas schief , gab es eine deutliche Ansprache. Ich kann mich gut an einen Abend vor der Polizeitrainer Konferenz in Nürnberg erinnern. Wir mussten die Absperrungen für das praktische Training des folgenden Tages festlegen und etwas wurde nicht so ausgeführt, wie er es haben wollte. Deshalb stellte er mehrere Kollegen extrem in den Senkel und die Stimmung war auf dem Nullpunkt. Nachdem wir im Hotel ankamen, bat er mich, das ganze Team zusammen zu rufen. Als alle versammelt waren, entschuldigte er sich förmlich und lud uns zu einem Drink in die Bar ein. Wenn man wissen wollte, was Poko für ein Typ war, dann ist das ein gutes Beispiel. Auch wenn er knallhart in der Sache sein konnte, war es nie persönlich oder verletzend gemeint.

Vor einigen Tagen erhielt ich von Lars, einem Journalisten, mit dem wir immer wieder mal zu tun hatten, folgende Nachricht:

Ich lernte Bernd vor 20 Jahren kennen und schätzen. Damals war ich Reservist bei der Bundeswehr und einbezogen in die Vorbereitungen für Auslandseinsätze. Und während auf dem Dienstweg praktisch alle Türen verschlossen waren und man junge Soldatinnen und Soldaten sich selbst überließ, war es Bernd, der sich kümmerte und die Mühe gab, Wissen und Erfahrungen weiterzugeben; informell und selbstlos, ohne dabei Ansprüche oder Forderungen zu stellen, einfach um der Sache willen.
Vieles von dem, was Bernd eröffnete, ist heute für die Bundeswehr selbstverständlich, seine Hilfe war es aber nicht.
Und doch war es für ihn immer selbstverständlich, einzuspringen und dort zu helfen, wo seine Hilfe gebraucht wurde. Auch als ich später Journalist wurde, war bei Bernd immer ein offenes Ohr zu finden, der geduldig und umfassend für meine Kollegen und mich erklärte und aufzeigte, wo dies geboten war, fachlich redigierte und Fehler offen ansprach, wo er diese fand. Das heute verbreitete Polizei-Bashing war Bernd ebenso zuwider wie Mobbing, das er immer wieder ansprach und in langen Hintergrundgesprächen als Ursache nicht nur von Amoktaten sondern auch politischer Diskussionen begriff und damit wichtige Impulse bot; bei den Redaktionen von ZDF, Spiegel und dem Tagesspiegel wurde er dafür geschätzt, so frei über die Realitäten zu sprechen und uns dabei zuweilen auch unsere eigenen Fehler vorzuhalten – und das gar nicht mal so selten, wie wir uns dies selber gewünscht hätten.
Bernd war das, was man heute nicht mehr findet: Eine durch und durch gutherzige Seele, die Probleme anpackte, wo er sie fand und auch Verantwortung dafür übernahm, um die Dinge in Ordnung zu bringen, die nicht in Ordnung waren. Sachlich und fair war seine Devise in einer Zeit, wo Fairness und Sachlichkeit nicht selten der Schnelligkeit geopfert werden. Damit soll er uns Vorbild bleiben für eine offene und vor allem sachliche Diskussion, über die Polizei stets mit der Polizei zu sprechen und uns gegenseitig zu verstehen.
Seine positive Lebenseinstellung und sein Engagement nicht nur für die Polizei und Spezialkräfte, sondern für unsere ganze Gesellschaft, werden mir aufrichtig fehlen.

Ich denke, die Worte von Lars beschreiben sehr gut, wie auch wir Poko wahrgenommen haben. Für mich waren es auf unserem gemeinsamen Weg vor allem drei Eigenschaften, warum wir von Kollegen zu Kameraden wurden: Loyalität, Zuverlässigkeit und Fleiß. Vor allem, wenn der Wind des Lebens etwas rauher wehte, konnte ich sicher sein, dass er fest an meiner Seite stand.

Im Laufe der Jahre war Poko immer wieder Gast in unserem Haus. Mit Töchtern im Teenager-Alter und ihm trafen hier zwei Welten aufeinander. Das betraf sowohl Weltanschauung  als auch Poko´s  Art von Humor, die alle Damen manchmal mit verzogener Miene oder Kopfschüttlen quittierten. Es war deshalb schön festzustellen, wie beide Parteien gegenseitige Akzeptanz und Respekt entwickelten, die letztlich dazu führten, dass meine Frau, Sarah und Sina Poko den Titel
„ Unser Frauenversteher “ verliehen.

Ich habe heute noch sein herzhaftes Lachen im Ohr.

Man hätte es dem ostpreußischen Dickkopf nicht zugetraut. Aber er  war immer wieder bereit, noch etwas zu lernen und sich zu verändern. Und so wurden wir auf unserem gemeinsamen Weg von Kameraden zu Freunden.

Was ihm sicher auch mancher nicht zugetraut hätte, war sein Faible für Musik. Wenn er bei Feiern als „DJ“ Musik machen konnte, war Poko in seinem Element. Auch das war etwas, was uns verband.

Vor ca. 2 Jahren hatte ich ihn angerufen und von ihm kam sofort: „Hey Ecko, gut dass Du anrufst. Ich hab´einen geilen Song endeckt. Ist von Bob Seeger. Den hatte ich bis heute nicht auf dem Schirm. Ich schick´ Dir mal den Link.“

Kurze Zeit später habe ich das Lied gehört. Poko hatte nicht übertrieben. Der Titel: „The famous final Scene“  mit seinem sehr berührenden Text ist zu einem meiner Lieblingslieder geworden und wird mich immer an Poko erinnern.

Bob Seeger – „The Famous Final Scene“: https://www.youtube.com/watch?v=pnrhX9e9CkI