13. und 14. März in Nürnberg
Bereits zum dritten Mal trafen sich Fachkundige in Eigensicherungsfragen aus zahlreichen Ländern am Vortag der IWA zu dieser Veranstaltung des Polizeitrainer in Deutschland e.V. im Kongresscenter Ost.
In diesem Jahr wurde neben den Fachbeiträgen am ersten Tag ein praktisches Training unter der Überschrift „Handlungskompetenz in einer Extremsituation“ angeboten. Die erneut hervorragende Zusammenarbeit mit dem Profiteam der Nürnberg Messe im Vorfeld zeigte ein beeindruckendes Ergebnis:
320 Teilnehmer am Konferenztag
90 Männer und Frauen aus Sicherheitsbehörden nahmen am praktischen Training des Folgetages teil
46 Fachaussteller präsentierten im Galeriebereich des Konferenzraumes ihre neuesten Produkte
In seinem Grußwort unterstrich Leitender Polizeidirektor Danzel, Bereitschaftspolizei Nürnberg, die Bedeutung der EIGENSICHERUNG im Blickwinkel ständig steigender Angriffe auf Polizeibeamte. Der erste Vorsitzende des PiD „Ecko“ Niebergall nahm diesen Gedanken auf und betonte den Zusammenhang zu den nachfolgenden Vorträgen und dem praktischen Training des darauffolgenden Tages.
Vor dem ersten Vortrag ist es schon fast Tradition, auf ein herausragendes, emotional packendes Ereignis der letzten Jahre einzugehen. Dies tat Ralf Schmidt vom PiD Team mit seinem Kurzreferat. Er schilderte die Umstände einer Schießerei vor 10 Jahren in Frankfurt am Main, bei der schließlich vier Streifenbeamte getroffen am Boden lagen. Ein Terrorist nordafrikanischer Herkunft hatte bei einer nächtlichen Kfz.-Kontrolle ohne Vorwarnung das Feuer eröffnet.
Hiernach eröffnete Bernd Pokojewski die Vorträge mit einem offenkundig wenig beachteten Feld der EIGENSICHERUNG, der „Verfolgung zu Fuß“. Er hob besonders hervor, dass das ungewisse Finale einer aufreibenden, kräftezehrenden Verfolgung sehr wohl zu den risikoreichen Ereignissen an der „Verbrechensfront“ gehört.
Geradezu folgerichtig trat danach Dr. Richard T. Tovar mit seinem Vortrag „Qualifizierte Erste Hilfe im Einsatz“ ins Rampenlicht. Eine bedeutende Erkenntnis hierzu lautet, dass sich jeder Polizeibeamte im Einsatz darüber im klaren sein muss, dass ER/SIE gefragt sind, sehr schnell einfache, aber wirksame erste Hilfe leisten zu müssen. Es genügt nicht, wichtige psychologische Unterstützung zu leisten und auf Rettungskräfte zu warten!
Rudolf Pföhs vom Bundesinnenministerium Österreich verdeutlichte in seinem Vortrag „Polizeiausbildung – zum Glück gezwungen?“, dass es notwendig ist mit den Entwicklungen der polizeilichen Realität Schritt zu halten. Geschieht dies nicht, kann es zu gerichtlichen Urteilen kommen, welche den Polizeibehörden veraltete und nicht adäquate Aus- und Fortbildung bescheinigen.
Steve Johnson, Präsident der Internationalen Assoziation der Schießausbilder (IALEFI) machte aus amerikanischen Sicht deutlich, dass im Bereich der Schießaus- und Fortbildung nur mit weiterer Annäherung an die Realität des Feuerkampfes die Überlebenschance auf der Straße deutlich verbessert werden können.
Den Nachmittag des Konferenztages vervollständigten zwei wissenschaftliche Vorträge zum Thema Distanzwaffen bei der Polizei:
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1.„Weniger-als-tödlich wirkende Einsatzmittel gegen gewalttätige Personengruppen“
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(Frau Professor Dr. Bir)
Dieser Vortrag beschäftigen sich aus wissenschaftlicher Sicht, mit dem immer fortwährenden Konflikt, der notwendigen Wirksamkeit von weniger als letalen Distanzwaffen auf der einen Seite und dem Risiko, in Einzelfällen schwere Verletzungen oder den Tod der betroffenen Personen zu verursachen.
2. „TASER – Distanz-Elektro-Impulsgeräte und ihre Wirkung auf den menschlichen Körper“ (Mark W. Kroll, Ph.)
Hier wurden die Wirkungsweise des TASER und Reaktionen des menschlichen Organismus eindrucksvoll erläutert.
Am zweiten Tag fanden sich in einer „zweckentfremdeten“, für das praktische Training eingerichteten Messehalle 90 Teilnehmer und zusätzlich ein starkes PiD Team ein. Sicherheit war wie immer d a s Thema zu Beginn der Einweisung. Die erfahrenen PiD Trainer „Ecko“ Niebergall und „Olli“ Wittmann erläuterten zunächst die gedachte Agriffssituation auf einen einzelnen Polizeibeamten:
Ein Angriff mit einem Messer auf kurze Distanz und die Versorgung eines schwerverletzten Kollegen. Nach dieser Demonstration ging es dann für jeweils 30 Teilnehmer im ständigen Wechsel auf die Stationen:
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•Abwehr von Hieb- und Stichwaffen im Nachbereich
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•Einsatz der Schusswaffe auf kurze Distanz
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•qualifizierte Erste Hilfe im Einsatz
Ohne Pause folgte dann gegen 13.00 h – wie geplant – das abschließenden Teilszenario. Hier zeigten die Teilnehmer unter Trainingsstress, was sie sich an den Stationen am Vormittag angeeignet hatten.
Kurz vor 14.00 h war der Trainingstag zu Ende.
Die konsequente Beachtung der Sicherheitsregeln bei diesem interaktiven Training hatte sich ausgezahlt, niemand wurde verletzt. Die beiden PiD Vorsitzenden und Trainer E. Niebergall und O. Wittmann fassten die Erkenntnisse des Trainingstages zusammen. Unter starkem Beifall der Teilnehmer ging ein wertvoller Trainingstag zu Ende.
B. P.

